Der erste Hinweis auf Weinbau in der Wachau stammt aus der römischen Zeit, vom Hl. Severin (gestorben 482), der sich in Favianis, dem heutigen Mautern, „ad vineas“ (= in die Weinberge) zurückgezogen hat.
Tatsächlich waren es die Römer, die in der Wachau wie auch anderswo in Österreich den Grundstein für kultivierten Weinbau gelegt hatten. Wein gab es schon zuvor, nur soll der von sehr grobschlächtiger Natur gewesen sein. Die Römer kannten sich bereits mit der Kunst der Veredelung aus, Wein war für sie ein alltägliches und wichtiges Genussmittel.

 

Dass der Weinbau in Österreich heute eine so bedeutende Rolle einnimmt, verdankt das Land Kaiser Joseph II. 1784 gab er den Buschenschank-Erlass heraus und erlaubte damit den Weinbauern, auf ihrem Anwesen eigenen Wein auszuschenken. Damit war der Heurige geboren. Neben ihren Eigenbauweinen servieren die zahlreichen Heurigen und Buschenschenken heutzutage auch ein regionaltypisches Speisenangebot.

 

Um an den steilen Hängen der Wachau überhaupt Wein in größerem Stil anbauen zu können, mussten erst einmal geeignete Flächen geschaffen werden. Dafür eignen sich Terrassen am besten, wie Beispiele aus anderen Kulturen zeigen. Man denke an den Reisanbau in Asien.

Steinmauern schützen die Terrassen vor dem Abrutschen. Außerdem sind sie zusätzliche Wärmespeicher. Als die Steinmauern vor Jahrhunderten angelegt wurden, gab es noch keinen Mörtel. Sie bestehen bis heute aus sorgsam aufeinander gelegten Steinen und verleihen der Landschaft einen besonderen Akzent.